OnSite- und InApp-Befragung


[Hauptautor: Interrogare]

Um die Verarbeitung technischer Messdaten auf Client-Basis zu Unique Usern zu ermöglichen, werden die Daten der Technischen Messung ergänzt um die Ergebnisse eines online-auszufüllenden Fragebogens, der auf allen teilnehmenden digitalen Werbeträgern ausgeliefert wird. Die Grundgesamtheit hierfür ist die deutschsprachige Internet-Nutzerschaft ab 16 Jahren. Wöchentlich wird hierfür eine Stichprobe von n=930.000 Clients aus den verschiedenen Angebotskategorien (App, Mobile, Web) gezogen. Diese Clients werden bei Nutzung eines an der Studie teilnehmenden Werbeträgers nach dem Zufallsprinzip zur Teilnahme an der OnSite- bzw. InApp-Befragung eingeladen. Neben personenbeschreibenden soziodemografischen Merkmalen werden in der OnSite- & InApp-Befragung beispielsweise auch Informationen zur Nutzung unterschiedlicher Endgeräte und Browser erhoben.

Grundgesamtheit & Stichprobenanlage (INFOnline / Kantar)

Die Beschreibung der Personen hinter den Clients geschieht mit Hilfe eines digitalen Befragungssystems, das auf den jeweiligen Endgeräten eine OnSite- bzw. InApp-Befragung ausliefert. Basis für die Befragung sind wöchentlich gezogene, rollierende Stichproben aus allen qualifizierten Clients im Datawarehouse (DWH). Clients, die innerhalb der vorhergehenden neun Monate schon einmal in einer Stichprobe waren, werden nicht für die Ziehung berücksichtigt. Durch den Maximalabstand von 28 Tagen wird ein Großteil der Clients, die mehrmals aktiv sind, erfasst. Eine Vergrößerung des Maximums würde keinen nennenswerten Zuwachs an Clients mit sich bringen. Für die stationäre Version der OnSite-Befragung werden pro Woche ca. 480.000 auf stationären Angeboten erfasste Browser-Clients eingespielt, für die mobile Version der OnSite-Befragung ca. 200.000 auf MEW-Angeboten erfasste Browser-Clients und für die InApp-Befragung ca. 250.000 App-Clients. Die Unterscheidung zwischen stationären und mobilen Browser-Clients erfolgt wie bei der Geräteerkennung der Technischen Messung. Die Stichproben werden wöchentlich von INFOnline gezogen und im Questionnaire-Dispatching-Service (QDS) eingespielt.

Seit Mai 2018 werden nur noch Personen befragt, die als Alter 16 Jahre oder älter angeben.

Für eine Berichterstattung werden die Befragten der letzten sechs Monate als Basis genommen. Nach der Bereinigung um zweifach Befragte und der Ziehung einer alters- und bildungsgeschichteten Stichprobe verbleiben ca. 60.000 Fälle. Diese Stichprobe dient als Trainingsmaterial um fehlende Informationen für die nicht befragten Random-Clients zu schätzen. Ein Teil dieser Clients geht direkt in die Verarbeitung zum DS1 ein und dient dazu, das Ziel der Ausweisungszahl von n=103.000 (14+) und ca. 5.300 (10-13-jährigen) Nutzern zu gewährleisten.

Die alters- und bildungsgeschichtete Stichprobenziehung ist erforderlich, da die Teilnehmer an der OnSite-Befragung nicht notwendigerweise repräsentativ für die das Internet nutzende deutschsprachige Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland sind. Die Vorgaben für die Altersschichtung ergeben sich aus der CATI-Erhebung. Durch die altersgeschichtete Stichprobe nähern sich die meisten Verteilungen der wichtigsten soziodemografischen Variablen der CATI-Vorgabe an.

Die alters- und bildungsgeschichtete Stichprobenziehung findet nur in der Gruppe ab 14 Jahren statt. Auf eine Schichtung nach Bildung innerhalb der 10-13-Jährigen wird verzichtet, da diese Altersklasse per Definition nur aus Schülern besteht. Deshalb werden für diese Gruppe alle vorhandenen Lernfälle verwendet. Das Ausweisungsziel von ca. 100.000 Nutzern gewährleistet einerseits einen stabilen WNK und andererseits ein akzeptables Verhältnis zwischen Probanden in der CATI-Erhebung (den Spendern bei der späteren Datenfusion) und den Nutzern im DS1 (den Empfängern bei der Datenfusion).

Auswahlprozesse für die OnSite-/InApp-Befragung (Interrogare)

Der Prozess der Auslieferung beginnt mit dem Einbau des SZM-Tags auf den Websiten der teilnehmenden digitalen Werbeträger bzw. mit der Integration der Befragungs-Library in den teilnehmenden Apps, beinhaltet die Kommunikation zwischen den beteiligten Servern und endet schließlich in der Auslieferung der Befragungseinladung und der anschließenden OnSite- bzw. InApp-Befragung.

Beim Aufruf eines stationären oder mobilen Werbeträgers mit eingebautem SZM-Tag (mit aktivierter Option zur Befragungsdurchführung) oder Start einer App mit integrierter Befragungs-Library wird eine Anfrage an den Questionnaire- Dispatching-Service (QDS) gesendet, der anhand eines Regelkatalogs darüber entscheidet, ob der Client zur OnSite- bzw. InApp-Befragung eingeladen wird oder nicht. Auf den Webseiten wird in Folge eine Befragungseinladung angezeigt, im InApp-Kontext direkt in der App. Die Befragung selbst öffnet sich im Standard-Browser des Endgeräts. Dies hat den Vorteil, dass neben der App-Identität auch die Browser-Identität des Endgeräts ermittelt werden kann.

Befragungseinladung

Falls ein gezogener Client innerhalb der acht Wochen seiner Stichprobenaktivität Kontakt zu einem digitalen Werbeträger herstellt, wird versucht, eine diesem Client zuzuordnende Person durch die Zustellung einer Befragungseinladung zum Ausfüllen des Fragebogens zu bewegen. Der Kontakt muss innerhalb der jeweiligen Angebotskategorie erfolgen, um den Versand einer Befragungseinladung auszulösen: Ein Client aus einer stationären Stichprobe muss eine stationäre Website aufrufen, ein Client aus einer mobilen Stichprobe eine MEW und ein App-Client muss eine App mit verbauter Mess- und Befragungs-Library öffnen. Werden Bestandteile des Werbeträgers aus einer jeweils anderen Angebotskategorie aufgerufen, so erfolgt keine Auslieferung einer Befragungseinladung. Die Befragungseinladung legt sich über einen Teil des sichtbaren Bereichs des Werbeträgers und umgeht PopUp-Blocker. Sie erscheint immer mit den Logos der agof und des jeweiligen Angebots.

Darstellungsvariante der OnSite- bzw. InApp-Befragung
stationäres Web Overlay, der sich über einen Teil des sichtbaren Bereichs der Website legt (670x420 Pixel)
mobiles Web SmartLayer: ein sich über die gesamte Bildschirmfläche aufspannender Overlay
InApp Dialogfenster, Greyout bei App-Start und Einblendung des Dialogfensters

Regelkatalog

Folgender Regelkatalog überprüft, ob dem Client eine Einladung zur OnSite- bzw. InApp-Befragung ausgeliefert wird oder nicht:

(1) Ist der Client in der zugehörigen Stichprobe enthalten?

Beim Kontakt eines stationären bzw. mobilen Browser-Clients mit einem digitalen Werbeträgers wird dessen IVW-Cookie ausgelesen und mit der zugehörigen Stichprobe verglichen. Sollte der Client nicht in der Stichprobe enthalten sein, werden zur Reduktion der Netzlast weitere Anfragen für die nächsten 24 Stunden an den QDS verhindert und der Prozess der Befragungseinladung beendet. Nach Ablauf von 24 Stunden findet bei einem Kontakt dieses Clients mit einem Werbeträger eine erneute Überprüfung der Stichprobenzugehörigkeit statt.

Für App-Clients gilt der Prozess analog zum Web-Kontext: Die Advertising ID (ADID) des Endgeräts wird ausgelesen und mit der zugehörigen Stichprobe verglichen. Sollte die ADID darin nicht enthalten sein, wird für diese zur Reduktion der Netzlast in den nächsten 24+1 Stunden keine Überprüfung zur Stichprobenzugehörigkeit durchgeführt. Eine erneute Überprüfung der Stichprobenzugehörigkeit findet frühestens nach 24+1 Stunden statt. Andernfalls wird mit Punkt 2 fortgefahren.

(2) Wurde der Client bereits befragt?

Wenn der Browser-Client bzw. der App-Client intern als „bereits befragt“ (Complete / Screenout) markiert wurde, wird der Prozess beendet. Andernfalls wird mit Punkt 3 fortgefahren.

(3) Wurde die maximale Anzahl an Befragungseinladungen noch nicht erreicht?

Wenn die maximal zulässige Anzahl an Befragungseinladungen noch nicht erreicht wurde (stationäres Web: 10 / mobiles Web: 7 / InApp: 7), wird die Anzeige der Befragungseinladung vom QDS ausgelöst.

Nach Einblendung der Befragungseinladung wird die Anzahl der zulässigen Kontakte der Befragungseinladungen um 1 erhöht. Durch Klicken bzw. Drücken der Teilnehmen-Schaltfläche, wird der Client an das Fragebogensystem (QS) weitergeleitet und der Fragebogen in einem neuen Browser-Tab (Web) bzw. im Standard-Browser (App) geöffnet.

Wenn die maximal zulässige Anzahl an Befragungseinladungen, ein Complete- oder ein Screenout-Status (z.B. wenn der Client-User jünger als 16 Jahre ist) im Fragebogen erzielt wurde oder der Client länger als 3 Monate in der jeweiligen Stichprobe enthalten ist, dann wird der Client für 6 Monate gesperrt und erhält keine weiteren Befragungseinladungen. Der Client kann frühestens nach Ablauf dieser Zeit wieder in eine neue Stichprobe gelangen.

Die zentral gesteuerte Auslieferung der Befragungseinladungen kann in begründeten Ausnahmefälle deaktiviert werden, wie z.B. wenn die Homepage als Startseite dient, bei Web-Mail- und Banking-Seiten. Solche Ausnahmen sind der agof jedoch in jedem Fall vor der Teilnahme an der Erhebung mitzuteilen. Die Feststellung der Zulässigkeit solcher Ausnahmefälle wird in der Technischen Kommission der agof getroffen.

Erhobene Merkmale (Interrogare / Kantar)

In der OnSite-/InApp-Befragung werden hauptsächlich soziodemografische Variablen der Nutzer hinter den erfassten Clients und Informationen zum Client selbst erhoben. Der Fragebogen passt sich hinsichtlich des Layouts und der Fragebogeninhalte dynamisch gegenüber dem Endgerät an. Für das Layout existieren vier unterschiedliche, nutzerfreundliche Auslieferungsformen (Desktop / Handy / Smartphone / Tablet). Diese sollen dazu beitragen, eine möglichst hohe Vervollständigungsrate zu erzielen. Des Weiteren gibt es drei Fragebogenvarianten:

1)   BigScreen-Devices (Desktop / Tablet im Browser): durchschnittlich 12 Minuten langer Fragebogen

2)   SmallScreen-Devices (Smartphone / Handy im Browser): durchschnittlich 5 Minuten langer Fragebogen

3)   InApp (Tablets / Smartphones im App-Kontext): durchschnittlich 3 Minuten langer Fragebogen ohne Fragen zur App-Nutzung

Eine detaillierte Übersicht der erhobenen Merkmale und der eingesetzten Filter liefert der OnSite-/InApp-Fragebogen:

Die Ergebnisse der OnSite-/InApp-Befragung werden mit Hilfe der ID des Cookies (Browser) bzw. der Advertising-ID (Apps) zusammen mit den Ergebnissen der Technischen Messung aus dem DWH in einer gemeinsamen Datenbank verknüpft. Auf Basis dieses Datensatzes, zu dem sowohl Ergebnisse aus der OnSite-/InApp-Befragung als auch aus der Technischen Messung vorliegen, werden in einem späteren Schritt der Datenverarbeitung zum DS1 die Nutzerprofile und die Regeln für die Transformation von Clients zu Unique Usern abgeleitet. Die Befragungsdaten der Haupt- und Nachbefragung werden wöchentlich exportiert und Kantar zur Verarbeitung auf dem INFOnline-Datenpool bereit gestellt.